Seidengarne: Glanz, Drape und diese besondere Haptik
Seide ist eine der ältesten Textilfasern der Welt – und eine der faszinierendsten. Sie ist stärker als Stahl (bei gleichem Gewicht), hat einen natürlichen Glanz, der jedes Strickstück edel wirken lässt, und legt sich drapierend um den Körper, statt zu stehen. Garne mit Seide haben eine völlig andere Qualität in der Hand als reine Wollgarne: kühler, glatter, schwerer – und beim fertigen Stückdeutlich eleganter.
Wie wird Seide gewonnen?
Natürliche Seide wird aus den Kokonhüllen des Seidenspinners (Bombyx mori) gewonnen. Die Faser ist ein kontinuierlicher Filament-Faden von bis zu 1.500 Meter Länge – der längste natürliche Einzelfaden, der existiert. Diese Länge ist der Grund für Seides Glanz: Lange, glatte Fasern reflektieren Licht gleichmäßig und direkt. In Wollgarnen, deren Fasern viel kürzer sind und sich überlagern, entsteht dieser Effekt nicht auf dieselbe Weise.
Bourette-Seide (auch Schappeseide oder Noilseide genannt) ist eine Nebenprodukt der Seidenindustrie: die kürzeren Fasern und Reste, die beim Abhaspeln des Kokons übrigbleiben. Sie wird kardiert und versponnen wie Wolle und hat dabei eine leicht unregelmäßige, etwas rauere Textur. Das Ergebnis ist ein mattes Schimmern statt des klassischen Hochglanzes – nachhaltiger, zugänglicher und mit einem eigenen Charakter.
Seidenmischungen – das Beste zweier Welten
Seide wird im Stricken selten pur verwendet. Der häufigste Einsatz: als Beimischung zu Merinowolle, um Weichheit und Glanz zu kombinieren. Garne wie Manos del Uruguay Fino (70% Merino, 30% Seide) oder Fyberspates Cumulus (75% Merino, 20% Seide, 5% Nylon) zeigen, was möglich ist: die Wärme und Federkraft der Wolle, den Glanz und Drape der Seide, und in manchen Fällen das Nylon für zusätzliche Haltbarkeit.
Auch Mohair-Lace-Garne enthalten oft Seide: Knitting for Olive Soft Silk Mohair (70% Superkid Mohair, 30% Seide) oder Holst Garn Kid Seta (70% Kid Mohair, 30% Seide) sind Beispiele. Hier sorgt die Seide dafür, dass das Garn sich schön spulen lässt und einen besonders feinen Halo entwickelt – ohne zu stumpf zu werden.
Für welche Projekte eignen sich Seidengarne?
Seidenmischungen eignen sich hervorragend für Schals, Tücher und Stolas, die elegant fallen sollen. Ein Tuch aus Merino-Seide-Mischung hat eine Qualität, die man sofort spürt: es fällt weicher, glänzt subtil, und hängt schöner als ein reines Wolltuch. Für Socken bieten Seidenmischungen einen natürlichen Glanz und eine besondere Haptik – sie sind aber weniger robust als Merino-Nylon-Garne und für intensiv getragene Alltagssocken weniger geeignet.
Seidengarne sind außerdem beliebt für Babykleidung (wegen ihrer Sanftheit) und für besondere Einzelstücke, die lange haltbar sein sollen – Seide ist eine der haltbarsten Naturfasern.
Pflege von Seidengarnen
Seidengarne sind empfindlich gegenüber Hitze, Reibung und starken Waschmitteln. Handwäsche in lauwarmem Wasser mit mildem Wollwaschmittel ist die sicherste Variante. Nicht wringen, nicht im Trockner trocknen, und niemals in direkter Sonne trocknen – Seide verliert durch intensive UV-Bestrahlung langfristig Glanz und Festigkeit. Flach auf einem Handtuch trocknen.
Unsere Seidengarne bei BONIFAKTUR
Knitting for Olive Pure Silk (Fingering, aus Bourette-Seide) – seidig, matt schimmernd, mit dem unverwechselbaren KFO-Farbgefühl. Mehr dazu: Was ist Bourette-Seide? Alles über KFO Pure Silk.
Manos del Uruguay Fino (490m/100g, 70% Merino, 30% Seide) – handgefärbt in Uruguay, Fair Trade zertifiziert. Fingering-Garn mit Glanz und Geschichte. Mehr im Manos del Uruguay Brand Guide.
Fyberspates Cumulus (365m/100g, 75% Merino, 20% Seide, 5% Nylon) – britische Handgarnfärberei, Luxusqualität für Socken und Tücher. Mehr im Fyberspates Brand Guide.
Versand aus München, ab 100 € kostenlos innerhalb Deutschlands.









































